Das Märchen von der Weltrevolution

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Das Märchen von der Weltrevolution

Beitrag  Admin am Fr Sep 23, 2011 11:39 am

Es war einmal ein paar unzufriedene Bürger, die es vorzogen, auf die Strasse zu gehen und öffentlich ihren Unmut dar zu tun. Es beteiligten sich in kürzester Zeit mehrere die es ihnen Gleich taten.
Plötzlich war es in aller Munde, wir machen eine Weltrevolution.
Genau betrachtet erfüllten sie genau die Voraussetzungen, um eine Aufnahme deren, die sich noch nicht in der Kartei der Polizei und des Verfassungsschutzes befanden zu ergänzen. Sie fühlten sich so was von stolz, dass sie an einer solchen Bewegung teilnehmen, dass ihn dies gar nicht auffiel.
Wenn man es genau betrachtet, war es ein hoffnungsloses Unterfangen.
Es fehlte hinten und vorne an Strategen, die das ganze hätten planen und organisieren können, dafür waren Träumer aller Richtungen überzählig vorhanden.
Plötzlich wusste jeder wie man es machen könnte. Die Frage wieso es dann bisher keiner versucht hat wird unter den Tisch gekehrt.
Es tauchten dann auch alle möglichen Forderungen auf, Pauschal, unstrukturiert, es wird mit Begriffen gerade nur so um sich geschmissen, ohne sich über die Bedeutung im Klaren zu sein.
Keiner hat sich jemals die Frage gestellt, ob denn auch alle damit einverstanden sind, mit den Forderungen, mit der möglichen Umsetzung, sondern jeder entwickelt auf Teufel komm raus Lösungen.
Worin unterscheiden sich dann die Bewegungen zu dem bestehenden System, wenn auch sie nur etwas drüber stülpen wollen.
Eine andere Frage, die sich mir stellt ist, wer soll denn an dem neuen System teilhaben, das entwickelt werden soll? Die ganze Welt? Warum fragt man sie denn dann nicht. Es fängt doch schon im kleinsten an, in einer Gruppe zum Beispiel, die Inhalte vorgibt, aber sich dann nicht daran hält. Ist das die angestrebte Form? Bevor man auf die Strasse geht, sollte man diese Fragen mal erörtern und sich darüber klar werden, für wenn man das was man fordert anstrebt und sich dann danach ausrichten.
Stolz wird der 15.10. als Marsch der Empörten nach Brüssel gepostet, wo sich dann alle treffen um zu protestieren. Und dann, gegen was, hat sich da schon einer Gedanken gemacht und die Gruppen untereinander abgestimmt? So auf jeden Fall ist es ein leichtes diese Bewegung im Keim zu ersticken. Es ist vom Gefühl her eine Gemeinsame Aktion aber in der Umsetzung ein in sich zersplitterter Haufen, dem die Durchschlagskraft fehlt. OK, wer für sein private Egosammlung eine Jagdtrophäe braucht indem er sagen kann, ich war dabei, erfüllt der Marsch bestimmt seinen Zweck, aber wer eine Veränderung der politischen Landschaft fordert, der sollte dazu erstmal seine Hausaufgaben machen.
Es heißt nicht umsonst, Einigkeit und Recht und Freiheit, weil dies unabdingbar ist um der Forderung nach Veränderung Nachdruck zu verleihen. Weltweite Vereinigung bedeutet auch die Voraussetzungen dafür zu schaffen, Einheitliches Programm, abgestimmt von der Mehrzahl und wie aus einem Mund vorgetragen, was umgesetzt heißt Information der Weltbevölkerung, sammeln der Grundforderungen, Durchsetzung in einem weltweiten Streik um eine Weltvolksabstimmung zu erreichen, die dann eine Ablösung der Regierungen durch eine provisorischen Kontrollrat zur Folge hat, bis die „Weltverfassung“ ausgearbeitet und abgestimmt wurde. So ist gewährleistet, das nicht alles im Chaos versinkt, wir handlungsfähig bleiben, aber auch das sich die alte Struktur und ihre Strippenzieher nicht übertragen kann in das Neue.
Wer also einen Funken Verstand hat und vorausschauend etwas etablieren will, der ist eingeladen mit zu wirken. WO? Keine Ahnung wie das Kind heißen soll, sag du es mir.
Meine Inhaltvorschläge:
Eine weltweiten Aufruf in die Wege zu leiten, in dem aufgerufen wird sich zu solidarisieren und dies dann in alle Sprachen zu übersetzen und ins Netz stellen mit der Bitte dies zu verbreiten, Also teilen mit der Bitte zu teilen. Sobald der größte Teil Bescheid weiß, zu Aktionen aufrufen, die die Weltregierungen handlungsunfähig machen, das geht am besten durch Streik, was sich als die wirksamste Waffe gegen das Kapital herausgestellt hat, erst dann ist es sinnvoll Forderungen den Aktionen voran zu stellen.
Du kannst natürlich auch den anderen Weg nehmen, der im schlimmsten fall in einer Niederschlagung mit Waffengewalt endet, weil eben nicht alle im gleichen Boot sitzen.
Nach meiner Einschätzung im Moment, kann ich mir noch einen ausgedehnten „Mittagsschlaf“ gönnen, da mit Sicherheit meine lieben Aktivisten ihre Watte in den Ohren lassen und sich die Hörner abstoßen werden, was sowieso nicht mein Ding ist. Wie war es doch mit den Montagsdemos und wie lange brauchte man um ein Ergebnis zu erzielen?
Weckt mich doch wenn es soweit ist.
Angenehme Ruhe. Sleep

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Das Märchen von der Weltrevolution - eine Anmerkung

Beitrag  max_meer am Sa Sep 24, 2011 11:05 am

Hallo Admin, nomen est omen? fällt mir da zuerst ein, aber ernsthaft. Man merkt Deinem Text an, dass Du wirklich was machen möchtest, dem zolle ich Respekt. Was nun Deine Vorschläge und Deine dadurch offenbar werdenden Annahmen betrifft, möchte ich auf ein paar Dinge hinweisen.
Zentral, gar zentralistisch lässt sich die Sache nicht angehen. Du klingst, nimm dies bitte nicht als Vorwurf, wie Lenin - es war ein großer und ernstgemeinter Versuch die kapitalistische Ausbeutung weltweit zu überwinden. (Alles was sich später daraus entwickelte, das Ende des Traums von der Weltrevolution die deutschen Sozialdemokraten die Revolution an die Reaktion verrieten, die Machtübernahme Stalins, etc, all dies hat mensch im Oktober 1917 nicht vorher sehen können.) Zentralistische, heute auch top down genannte Ansätze sind, allein auf Grund des Größe unsinnig. Weder ist dies organisatorisch-logistisch zu bewältigen, noch kann ein solcher Ansatz der Komplexität der Aufgaben gerecht werden.
Du mokierst Dich darüber, dass Leute einfach loslegen ohne sich vorher einen großen Plan zu machen, davon leben solche Bewegungen. Der Versuch vorher alles zu durchdenken, gar demokratisch abzufragen ist seinerseit hoffnungslos. Ohne Frage ist es sinnvoll und hilfreich sich theoretisch und organisatorisch vorzubereiten, aber - wie der Volksmund so sagt - ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Das Scheitern, das Ersticktwerden von solchen Bewegungen ist ja auch ein Ergebnis. Die Demonstration ist ja kein Versuch eines Sturm der Bastille. Es gibt für soziale Bewegungen kein Ende solange das Problem bestehen bleibt.
Deine Frage: Worin unterscheiden sich dann die Bewegungen (immerhin benutzt Du hier den Plural) vom bestehenden System, wenn auch sie nur etwas überstülpen wollen? ist berechtigt, ich wage jedoch darauf hinzuweisen, dass Deine Forderung nach planenden Strategen, nach demokratischer Rückfrage und Abstimmung, ja selbst die scheinbar logische Forderung nach Konsistenz des Ganzen von anderen als Versuch gesehen werden kann und wird! dem Ganzen etwas über zu stülpen.
Das Gemeinschaftsgefühl solcher Aktion ist ein wichtiger Teil des Ganzen, letzlich ist es ja das persönliche Gefühl der Ungerechtigkeit, der Wut, ... die einen überhaupt dazu bringt sich zu engagieren. Niemand tut dies nur aus kalter Ratio heraus. Der emotionale Aspekt, ja der Eventcharakter gehören - wir sind doch fühlende Lebewesen - dazu.
Wozu das Ganze? Der Form nach kommen für globale Steuerungsorgane nur verteilte, netzartige, nicht-hierarchische Lösungen in Frage. Soetwas wie ein zentrale Leitung kann es aus verschiedenen Gründen nicht geben, dies bildet sich auch in den Bewegungen ab. Ihre Koordination wird sich erst im Vollzug spontan ergeben. Dies wird, gerade auch weil die alten top-down-Modelle noch so verbreitet sind, auch zu Verwerfungen, zu Missverständnissen, ja kleineren bis größeren Desastern führen. Jede Rechthaberei, jeder Versuch doch wieder zu alten überschaubaren Formen der Lenkung und Leitung zurück zu kehren, wird nur zusätzliche Reibungsverluste schaffen. Es sind ja gerade die fortbestehenden Hierarchien in Wirtschaft, Politik, Lehre, ... die zu den jetzigen Problemen geführt haben. Wenn Du also über Vorschläge und Lösungen nachdenkst, lass Dich nicht dazu verführen, das Ganze von oben wie ein General zu betrachten. Die Vielfalt, die oft als Wirrwar erscheint ist kein zu beseitigendes Übel sondern integraler Bestandteil des zur Blüte zu bringenden Lebens.
Das soll nu nicht heißen, man soll alles laufen lassen, es gibt im organisatorischen Bereich unendlich viel zu tun. Der Entwurf, eine globale Diskussion eine Weltverfassung wäre jedoch eine eigene Bewegung, zunächst unabhängig von allem anderen. Sollte ein solche Bewegung entstehen und sollte sie genügend Kompetenz und Prominenz anziehen um zu einer wirklich globalen zu werden, werden sich Verbindungen zu anderen von ganz allein ergeben. Sollte die 'NGO' dieses Dokument dann weltweit den Menschen zu Abstimmung vorlegen, wird sich daraus wieder etwas ganz eigenes entwickeln. Planbar ist so etwas nicht, selbst beim Militär, der Hierarchie in Reinkultur heißt es: Kein Schlachtplan überlebt den ersten Schuss. Alles was mensch tun kann, ist sich über Ziele zu einigen. Nicht mit allen sondern umgekehrt, mit denen mensch sich auf gemeinsame Ziele verständig hat, kann mensch gemeinsame Sache machen. Alle unter einen Hut zubringen ist unmöglich, jeder Versuch in diese Richtung diktatorischer Größenwahn.
In der Hoffnung Dich Er- und nicht Entmutig zu haben, Gruss max

max_meer
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Re: Das Märchen von der Weltrevolution

Beitrag  Admin am Sa Sep 24, 2011 12:27 pm

Hallo Max
Danke für deinen Beitrag, den ich nachdenklich gelesen habe.
Mir fiel dabei auf, wie verschieden doch Menschen den gleichen Text wahrnehmen können und dass dies vermutlich genau das Problem ist, das ich sehe.
Ich bin erst am Anfang meiner Überlegungen. Ausgelöst wurden sie durch die historischen Ereignisse, der letzten Wochen, die versprechen, das es wohl darauf hinaus läuft das sich gravierend was ändern wird.
Ich habe sowohl die Anfänge in Spanien und Griechenland verfolgt und auch die Anfänge in Berlin.
Ich habe bisher in meinem Leben alles selbst erleben müssen, um eine Aussage zu treffen.
Ich halte es da mit Sidharrtha von Hesse.
Ich stimme etwas zu, bzw. kann nachvollziehen was der Andere meint, trotzdem ist es etwas anderes, wie man in deinen Ausführungen sehen kann.
Meine Meinungsbildung geht über den Dialog und ein in mich hineinversetzen in die Thematik. ich übernehme nicht einfach etwas, sondern versuche es Anderem gegenüber zu stellen, was im Zeitalter des Internet kein Problem ist.
Vielleicht ist es das, was ein mit mir umgehen schwierig macht. Ich stehe auf dem Standpunkt, das wenn mir etwas begegnet das meine Meinung ändert, ich die Möglichkeit habe dies weiter zu verfolgen solange es für mich schlüssig ist, um es eventuell kurze Zeit später aber auch wieder wegen etwas Neuem zu verwerfen.
Wie du vielleicht bemerkt hast, versuche ich bereits ein wenig ins Detail zu gehen in meinen Threads, eine mögliche Welt aufzuzeichnen, die Hoffnungen und Sehnsüchte derer enthält, die hier aufbegehren und Lösungsmöglichkeiten hierzu zu entwerfen.
Der Unterschied zu den Anderen dürfte sein, das ich hier kein System vorstelle von dem ich bereits überzeugt bin, sondern die Bandbreite dessen, was mir zurzeit zur Verfügung steht und wo ich die Hoffnung habe, das es funktionieren könnte..
Es bringt mir wenig wenn mir jemand sagt, das dies vermutlich ein Rohrkrepierer ist, wenn er mir nicht eine einleuchtende Alternative nennt und sich mit mir darüber auseinander setzt.
Für mich ist klar, das alles bisher da gewesene keine Lösung des Problems beinhaltet und das es um ein ganz Neues Konzept geht, das als Voraussetzung des Gelingens ein "Anfang auf 0" beinhalten muss.
Das bedeutet für mich, das Kapital, egal in welcher Form muss neu aufgeteilt, die Hierarchiestruktur aufgelöst und die Selbstverantwortung gestärkt werden.
Der Einzelne Mensch sollte im Vordergrund stehen mit all seinen Bedürfnissen.
Wenn du die danach folgenden Gedanken von mir verfolgst ( siehe die Anderen beiträge) , sind zwar die Anfänge der "Beseitigung des Kapitalismus" wie du es nennst gewidmet, aber die weiterführenden Gedanken gehen in eine freie Marktwirtschaft ohne politische Führung über, mit dem Effekt, das die soziale Komponente unabhängig von dieser nicht mehr beachtet werden muss, da durch den unantastbaren Sockelbetrag durch Andere nicht gefährdet werden kann.
Trotzdem habe ich nach wie vor alle Vorteile der freien Marktwirtschaft und damit die Möglichkeit mich selbst zu verwirklichen indem ich mein Kapital vermehre. Es geht um den Menschen als solchen, nicht um die Menschheit, denn mit dem Tod endet das Kapitel Selbstverwirklichung und fällt zurück an die Gemeinschaft. Deshalb wäre es sinnvoll danach auch zu Handeln. Es gibt keine Erben für die man sich geiseln muss.
Wenn du schreibst
"Es gibt für soziale Bewegungen kein Ende solange das Problem bestehen bleibt."
stimme ich dir zu, deshalb ist es ja auch nötig es global zu beseitigen, weil es uns sonst in irgendeiner Form immer wieder begegnet.
Ich kann mich nicht Erinnern in der Geschichte der Menschheit gehört zu haben, das alle Menschen eine Einigung zusammen herbeiführen, also scheint es etwas Neues zu sein mit meiner Vision.
Warum also nicht. Man glaubte ja auch die Erde sei eine Scheibe und jeder der etwas anderes behauptete wurde als verrückt hingestellt und belächelt. Ebenso fliegen wir zu Sternen was niemand für möglich hielt, also warum dann nicht weltweit einen Konsens anstreben, der uns für immer vereint? Der außerdem unsere derzeitigen Probleme vollständig beseitigt, der jedem die gleichen Ausgangsvoraussetzungen beschert und die positiven Anteile aller bisher da gewesenen System in sich vereint.
Du bist der Meinung dass man es nicht von Außen betrachtend planen sollte
Wenn Du also über Vorschläge und Lösungen nachdenkst, lass Dich nicht dazu verführen, das Ganze von oben wie ein General zu betrachten
, ich hingegen finde es gut, sich aus der Problematik zu lösen und einen nahezu neutralen Standpunkt einzunehmen. Wer im Prozess drin steckt, verliert leicht die Übersicht. Deswegen bauen sich Strategen ein imaginäres Schlachtfeld auf, auf dem sie verschiedene Angriffe planen. Man erkennt so seine und des Gegners schwächen, auf die Situation hier bezogen hätten manche vermieden sich eine „blutige Nase“ zu holen.
Ich bin gerne bereit mich mit dir über ein wie wo wann und über deren Inhalt auszutauschen. Es wäre dazu wünschenswert, wenn du dich registrierst, weil man dir so auch Nachrichten zukommen lassen kann. Emailadressen nur für diesen Zweck sollten kein Problem sein, denke ich. Vielleicht wird ja so ein Schuh draus, das man in einem Brainstorming von mehreren alles reinschmeißt was einem einfällt und dann beginnt systematisch ein Plan auf dem Trockendeck durchzuspielen, bevor man sich auf die rauhe See wagt.
Ich würde mich freuen mich mit Leuten auseinander zu setzen, um neue Impulse zu bekommen, Denkfehler zu erkennen und daran mitzuwirken, das es letztendlich ein Erfolg wird, Egal welcher Weg letztendlich ans Ziel führt. Außerdem lernt man sich besser kennen und schafft sowas wie eine Vertrauensbasis, die ich als unabdingbar erachte, um sich Respektvoll und Tolerant miteinander auseinander zu setzen.

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