Gruppendynamik und ihre Folgen

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Gruppendynamik und ihre Folgen

Beitrag  Admin am Fr Okt 21, 2011 7:08 am

Getrieben durch den gestern getätigten Chat möchte ich gerne meine Meinung dazu kundtun, vor allem aber reflektieren wieso es eigentlich dazu kommen konnte, das letztendlich etwas entgleiste.
Ich beobachte seit längerem, das es scheinbar nicht mehr möglich ist eigene Standpunkte zu haben und denen durch das geschriebene Wort Nachdruck zu verleihen. Es ist als Einzelperson in einer Gesellschaft nicht mehr möglich sich Gehör zu verschaffen. Die zurzeit herrschende Gruppendynamik, Gehirnwäsche, hervorgerufen von Möchtegernrevoluzzern, die die Grundregeln der Diskussion, nämlich einen Dialog zu führen, nicht verstanden haben. Es wird auf Inhalte nicht mehr eingegangen. Alles was von der Überschrift oder auf die Personen bezogen schon nicht ins eigene Weltbild passt wird systematisch bekämpft. Es werden sämtliche Regeln missachtet und es geht nur noch darum jemanden auseinander zunehmen und zu demontieren, um sich in der eigenen Meinung zu bestätigen.
Interessanterweise habe ich festgestellt, dass sich verschiedene Diskussionsteilnehmer davon mitreißen lassen, dass praktisch diese Meinungsmache Früchte trägt. Es ist nicht weiter verwunderlich, das man selbst von jemanden der in seinem Manifest Toleranz, Meinungsfreiheit, basisdemokratische Lösungsansätze befürwortet, die sich jedoch nur für die eigene Meinungsdurchsetzung eignen zu scheinen, in einen Monolog gedrängt wird indem man seine Position als das gelbe vom Ei dargestellt wird, das man dem Anderen auferlegen will. Es ist schon schlimm genug den eigenen Balken zu erkennen, der einem die Sicht versperrt, man sollte deshalb davon absehen mit diesem handycup es bei Anderen zu versuchen.
Es wird aber unreflektiert die eigene Position weiter aufrechterhalten, obwohl eigentlich für alle sichtbar ist, dass diese sich bereits zu der am Anfang vertretenen Meinung im Widerspruch befindet. Es ist auffallend, das wenn man diese Diskrepanz dann anspricht und darauf eingeht, der Diskussionsverlauf in persönliche Angriffe unter der Gürtellinie abgleitet und keine Stellung mehr dazu bezogen wird oder Schützenhilfe aus der ecke der eigenen Gruppe geleistet wird.. Ein wichtiger Kritikpunkt ist auch, dass diese Personen grundsätzlich alle vorgeschlagenen Lösungsansätze Einzelner ablehnen, weil sie nicht von der ihnen zugehörigen Gruppe entspringt, die Gruppe selbst aber keine einheitlichen Inhalte als Gruppe vertritt, sondern jeder für sich Gruppeninhalte von Mitgliedern durch eigene Interpretationen in Frage stellt, was letztendlich in einer Identitätslosigkeit endet.
Mittlerweile sehe ich die Bewegung EDJ und Occuppy als das Produkt von „viele Köche verderben den Brei“ an, weil hier der „kleine ungebildete Mann“ sich im fünf Sternemenü kochen versucht und dabei sowohl Rezepte als Erfahrungswerte, die bereits vorher durchaus gute Dienste geleistet haben ausschließt. Um zu wissen welche „Zutaten“ man braucht, sollte man sie zu mindestens der Form nach kennen, ebenso ihre Einsatzgebiete und Wirkungsmöglichkeiten.
Die Aussage wir wollen das nicht…., ist noch kein wie wir es umsetzen können. Das was ich hier mitunter erlebe erinnert mich an pubertierende Jugendliche, die meinen die Welt neu erfinden zu müssen und sich dabei nicht Mal bewusst sind welche Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Erstmal gegen alles sein kann nie verkehrt sein.
Wie ernst es den Einzelnen die ganze Bewegung ist, sieht man an der Präsenz der EDJ Germany in Brüssel. Die Prämisse „My home is my Castle“ scheint da eher zum tragen zu kommen. Bei den „Aktionen“ fällt auf, das immer die gleichen sich ins Bild setzen durch spektakuläre Aktionen, aber ohne bleibenden Erfolg. Der Eine filmt gerne, der Andere lässt sich gerne wegtragen und ein anderer wieder hört sich gerne reden. Das ist für mich die Essenz der angebotenen Videos. Basisdemokratie wie gefordert sieht wohl anders aus. Interessant ist auch was gepushed wird bis zum erbrechen. Themen mit wirklicher Substanz werden dadurch weggepushed oder im schlimmsten Falle gelöscht. Ich denke Mal das ein bestehendes System zu stürzen anders aussehen sollte, was aber nicht weiter verwunderlich ist, denn sie scheinen das bestehende in sich aufgesogen zu haben und es als legitimes Mittel zu sehen, die bisher angewendete Praxis des bestehenden Systems sich selbst anzueignen und als Kopie des bestehenden sich einzubilden, das sie durchaus in der Lage sind es dem gleich zu tun. Hunde die kläffen beißen zwar nicht können einem aber auf Dauer die Nerven rauben. Die Frage die ich mir stelle ist, ob sich hier die Wege trennen müssen, um voran schreiten zu können und die historische Chance die sich uns bietet wahr zu nehmen oder die Förmchen auszupacken und weiterhin Sandburgen bauen den Vorzug geben.
Ich kann mir schon jetzt wieder die Reaktionen ausmalen. Nein, ich weiß nicht alles besser, es gibt klügere wie mich, ich habe kein Abitur, habe nicht Politwissenschaften studiert, kenne nicht alle existierende Schriften und Gesellschaftsformen und fühle mich nicht unfehlbar in meiner Meinung, aber ich kann logisch denken und 1 + 1 zusammenzählen und das ist nun Mal nicht 3, auch wenn manche dazu neigen es mir weismachen zu wollen.

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